Automatischer Rabatt oder Rabattcode in Shopify?
In Shopify greift der automatische Rabatt von selbst, den Rabattcode gibt Ihre Kundschaft ein. Daran hängt der Rest.

Beide Wege nutzen dieselben Rabatttypen in Shopify und führen zum selben Nachlass. Der Unterschied liegt nur darin, wie der Rabatt in den Warenkorb kommt: Den Rabattcode gibt Ihre Kundschaft ein, der automatische Rabatt greift ohne Eingabe. Aus diesem einen Unterschied folgt der Rest, denn nur der Code lässt sich verschicken, weitergeben und in der Auswertung einzeln wiederfinden.
In diesem Beitrag geht es nur um die Entscheidung, welchen Weg Ihre Aktion nimmt. Wie Sie das Formular ausfüllen, welche Bedingungen Sie festlegen und welchen Wert Sie hinterlegen, das steht im Beitrag zu Kaufe X, erhalte Y in Shopify einrichten.
So sieht dieselbe Aktion auf beiden Wegen aus
Nehmen wir eine Aktion, die viele Shops genau so einsetzen: 10 % auf die Bestellung, dazu als Bedingung ein Mindesteinkaufsbetrag von 60 € netto, das sind 71,40 € brutto bei 19 % MwSt. Angelegt wird sie einmal als Rabattcode und einmal als automatischer Rabatt.
Ihre Kundschaft legt Ware für 80 € netto in den Warenkorb, das sind 95,20 € brutto. Der Mindesteinkaufsbetrag von 60 € netto ist damit erreicht, die Aktion greift. 10 % vom regulären Warenkorbwert ergeben einen Nachlass von 8 € netto, also 9,52 € brutto.
In der Aktion sinkt der reguläre Warenkorbwert von 80 € netto auf 72 € netto, das sind 85,68 € brutto. Diese Zahlen gelten für beide Wege, denn der Nachlass beträgt 8 € netto, egal ob Ihre Kundschaft einen Code eingibt oder ob der Rabatt von selbst greift.
An dieser Stelle unterscheiden sich die beiden Wege nicht. Unterschiedlich ist, was nach der Aktion übrig bleibt. Der Rabattcode hinterlässt einen eigenen Eintrag im Bericht „Umsatz nach Rabatt“, und dort sehen Sie, wie oft er eingelöst wurde. Der Nachlass ist damit einer Kampagne zugeordnet.
Beim automatischen Rabatt fehlt diese Zuordnung zu einem Kanal. Sie sehen, wie viel Nachlass insgesamt gewährt wurde, nicht jedoch, welcher Teil davon auf Bestellungen entfällt, die ohnehin zustande gekommen wären.
Die Entscheidung selbst treffen Sie an einer einzigen Stelle: im Feld „Methode“ oben im Rabattformular, wo „Rabattcode“ und „Automatischer Rabatt“ zur Wahl stehen.
Rabattcode und automatischer Rabatt in Shopify im direkten Vergleich
Vier Kriterien trennen die beiden Wege. Keines davon entscheidet darüber, ob der Rabatt greift, sondern darüber, was Sie mit der Aktion sonst noch anfangen können.
| Kriterium | Rabattcode | Automatischer Rabatt | Wo es klemmt |
|---|---|---|---|
| Messbarkeit | eigener Eintrag im Bericht „Umsatz nach Rabatt“, Sie sehen, wie oft er eingelöst wurde | greift ohne Eingabe, es gibt also nichts, was sich einem Kanal zuordnen ließe | beim automatischen Rabatt lässt sich kaum herausrechnen, wer ohnehin gekauft hätte |
| Weitergabe | Rabattlink und QR-Code, die Sie über Social Media, E-Mail und Landingpages weitergeben können | nicht vorgesehen | ohne Code gibt es keinen Kanal, den Sie einzeln bespielen können |
| Eingrenzung auf Kundensegmente | bis zu 100 Kundensegmente je Rabatt | bis zu 5 Kundensegmente je Rabatt | wer fein segmentiert, stößt beim automatischen Rabatt schnell an diese Grenze |
| Mengengrenze (je Bestellung oder für den gesamten Shop) | höchstens 5 Produkt- oder Bestellrabattcodes und ein Versandrabattcode je Bestellung | höchstens 25 aktive automatische Rabatte im gesamten Shop, App-Rabatte zählen mit | die 25 gelten für den gesamten Shop, nicht je Aktion |
Alle vier Kriterien hängen an dem einen Unterschied vom Anfang. Weil Ihre Kundschaft den Code selbst eingibt, ist der Code etwas Handfestes, das Sie verschicken, drucken und einzeln auswerten können. Weil der automatische Rabatt ohne Eingabe greift, fehlt genau das.
Der Rabatttyp bleibt davon unberührt. „Betrag vom Produkt abziehen“, „Betrag von der Bestellung abziehen“, „Kaufe X, erhalte Y“ und „Kostenloser Versand“ stehen auf beiden Wegen zur Wahl, und auch die Bedingungen im Formular sind dieselben.
Wann ist ein Rabattcode besser als ein automatischer Rabatt?
Allgemein lässt sich die Frage nicht beantworten, je Kampagne dagegen schon. Vier Fälle decken das meiste ab, was in einem Shop tatsächlich läuft.
- Newsletter, Messe, Paketbeileger. Rabattcode. Der Kanal ist ohnehin getrennt, und der Code liefert Ihnen zugleich die Messung, weil er als eigener Eintrag im Bericht „Umsatz nach Rabatt“ auftaucht.
- Saisonaktion, Sale für das gesamte Sortiment, Zugabe im Warenkorb. Automatischer Rabatt. Alle sollen die Aktion sehen, und niemand soll an einem Code scheitern. Die Schwelle wird für Ihre Kundschaft allerdings erst sichtbar, wenn Ihr Theme sie anzeigt, etwa über einen Fortschrittsbalken im Warenkorb.
- Aktion nur für ein bestimmtes Kundensegment. Beides lässt sich über die Kundenberechtigung einstellen. Entscheiden Sie nach der Zahl der Kundensegmente, die Sie brauchen, also 5 beim automatischen Rabatt gegenüber 100 beim Rabattcode.
- Ein Test, ob eine Aktion überhaupt zieht. Rabattcode. Nur dieser Weg hinterlässt Zahlen, die sich aus dem laufenden Umsatz herausrechnen lassen.
Welche Grenzen haben Rabattcode und automatischer Rabatt in Shopify?
Beide Wege haben eine Obergrenze, und beide Grenzen zeigen sich an einer Stelle, an der man sie nicht sucht. Beim automatischen Rabatt liegt sie bei 25 aktiven Rabatten, und sie gilt für den gesamten Shop.
Diese 25 verteilen sich nicht auf einzelne Kampagnen. Gezählt wird jeder automatische Rabatt, der gerade aktiv ist, auch der aus einer Aktion vom letzten Jahr, die nie ein Enddatum bekommen hat. Wer mehrere Kampagnen parallel fährt, stößt deshalb schneller an diese Grenze für den gesamten Shop.
Beim Rabattcode liegt die Grenze bei Ihrer Kundschaft, nicht in Ihrem Adminbereich. Je Bestellung lassen sich höchstens 5 Produkt- oder Bestellrabattcodes einlösen, dazu kommt ein Versandrabattcode.
Den kostenlosen Versand ab einem bestimmten Betrag können Sie auch über den Versandtarif regeln. Der Versandtarif ist kein Rabatt und steht deshalb in keiner der beiden Spalten der Tabelle oben.
Und dann gibt es Bedingungen, die keiner der beiden Wege abbilden kann. Regelmäßig taucht die Anforderung auf, einen Rabatt nur bei Abholung im Laden zu gewähren, und genau dafür hat das Rabattformular kein Feld.
Die Versandart gehört nicht zu den Bedingungen, die Sie dort setzen können. „Rabatt nur bei Abholung“ lässt sich deshalb weder als Code noch als automatischer Rabatt anlegen. Diese Option ist nicht versteckt, es gibt sie schlicht nicht.
Sollen beide Wege gleichzeitig laufen, muss das bei jedem einzelnen Rabatt in den Kombinationseinstellungen erlaubt sein. Sonst wendet Shopify den für den Warenkorb besten Rabatt an. Was passiert, wenn beide gleichzeitig auf dieselben Artikel zielen, steht im Beitrag zur Einrichtung von Kaufe X, erhalte Y.
Häufige Fragen
Wie erstelle ich einen Rabattcode in Shopify?
Im Shopify Admin klicken Sie in der linken Seitenleiste auf „Rabatte“, dann auf „Rabatt erstellen“, und wählen den Rabatttyp aus. Danach wählen Sie unter „Methode“ die Option „Rabattcode“ und tragen den Code ein oder lassen ihn generieren. Genau dieses Feld ist der Unterschied zum automatischen Rabatt: Dort gibt es kein Codefeld, weil niemand etwas eingeben muss.
Wie viel Rabatt ist üblich?
Eine verlässliche Zahl dafür, was „üblich“ ist, gibt es nicht. Der richtige Rabattsatz kommt aus der Gewinnschwelle Ihres eigenen Shops und nicht aus einem Branchenwert, denn er hängt davon ab, wie viel Marge im Artikel steckt und wie viele zusätzliche Bestellungen die Aktion bringen muss. Wie sich diese Schwelle rechnen lässt, zeigt die Rechnung zur Gewinnschwelle bei BOGO und 50 % Rabatt in Shopify.
Kann ich einen Rabattcode und einen automatischen Rabatt gleichzeitig laufen lassen?
Ja, beide können gleichzeitig laufen, angewendet werden sie auf dieselbe Bestellung aber nur, wenn die Kombinationseinstellung bei jedem einzelnen Rabatt das zulässt. Andernfalls greift nur einer von beiden, und was dann passiert, steht im Beitrag zu Kaufe X, erhalte Y in Shopify einrichten.
Wie baue ich einen Rabattcode für eine bestimmte Anzahl Artikel?
Über die Bedingung „Mindestanzahl der Artikel“ im Rabattformular. Diese Bedingung steht auf beiden Wegen zur Verfügung, Sie können sie also genauso für einen automatischen Rabatt setzen. Ein durchgerechnetes Beispiel steht unter Geschenk ab 3 Artikeln in Shopify einrichten.
Legt Shopify den Artikel mit dem Rabattcode automatisch in den Warenkorb?
Nein. Der Rabatt senkt den Preis eines Artikels, der bereits im Warenkorb liegt, er legt ihn aber nicht selbst hinein; warum Shopify das Geschenk nicht automatisch in den Warenkorb legt, steht in einem eigenen Beitrag.



