Gratisartikel für eine Shopify-Kollektion einrichten
In Shopify binden Sie den Gratisartikel über „Kaufe X, erhalte Y“ an eine Kollektion. Wählen darf Ihre Kundschaft.

Einen Gratisartikel für eine ganze Kollektion richten Sie in Shopify über den dafür vorgesehenen Rabatttyp „Kaufe X, erhalte Y“ ein: Im Abschnitt „Kund:in kauft“ wählen Sie „Bestimmte Kollektionen“, im Abschnitt „Kund:in erhält“ die Geschenkkollektion mit dem rabattierten Wert „Kostenlos“. Der Rabatt greift jedoch erst, wenn der Gratisartikel im Warenkorb liegt: Shopify legt ihn nicht von selbst hinein.
Warum Shopify das Geschenk nicht von selbst in den Warenkorb legt, erklärt der Beitrag zum Gratisgeschenk ab Mindestbestellwert. Welche vier Felder das Rabattformular insgesamt verlangt, lesen Sie im Beitrag dazu, wie Sie „Kaufe X, erhalte Y“ in Shopify einrichten.
Hier geht es um eine einzige Entscheidung in diesem Formular: bestimmte Produkte oder eine ganze Kollektion. Dieser Beitrag beantwortet, welche Artikel für die Bedingung zählen und welcher Artikel am Ende verschenkt wird.
Wie begrenzen Sie den Rabatt auf eine bestimmte Kollektion?
Im Abschnitt „Kund:in kauft“ wählen Sie als Geltungsbereich „Bestimmte Kollektionen“ und geben die Kollektion an, die die Aktion auslösen soll. Damit zählt Shopify nur noch Artikel aus dieser Kollektion, alles andere im Warenkorb bleibt für die Bedingung unsichtbar.
Sie legen den Rabatt im Shopify-Admin unter „Rabatte“ an und wählen den Typ „Kaufe X, erhalte Y“. Er steht dort neben „Betrag vom Produkt abziehen“, „Betrag von der Bestellung abziehen“ und „Kostenloser Versand“.
Dazu gehört genau eine Bedingung, und die beiden zur Auswahl stehenden Varianten schließen einander aus. Mit „Mindestanzahl der Artikel“ legen Sie eine Mindeststückzahl aus der Kollektion fest, mit „Mindestkaufbetrag“ einen Betrag, den die Artikel aus dieser Kollektion zusammen erreichen müssen.
Diese Eingrenzung auf eine Kollektion gibt es nicht bei jedem Rabatttyp. Der Rabatttyp „Kaufe X, erhalte Y“ bietet sie, die Schwelle für den kostenlosen Versand nicht.
Dort gilt der Betrag immer für die gesamte Bestellung und lässt sich nicht auf eine einzelne Warengruppe begrenzen, wie der Beitrag Versandkostenfrei ab Betrag in Shopify einstellen zeigt.
Wie machen Sie eine ganze Kollektion zum Gratisartikel?
Im Abschnitt „Kund:in erhält“ stehen dieselben beiden Geltungsbereiche zur Wahl: „Bestimmte Produkte“ oder „Bestimmte Kollektionen“. Für das Geschenk wählen Sie den zweiten und geben die Geschenkkollektion an, aus der sich Ihre Kundschaft dann selbst einen Artikel in den Warenkorb legt.
Direkt unter der Auswahl der Geschenkkollektion entscheiden Sie über den rabattierten Wert. Erst diese Einstellung macht aus dem Artikel ein Geschenk und nicht nur einen günstigeren Artikel.
- „Prozentsatz“ senkt den Preis nur anteilig, der Artikel bleibt kostenpflichtig.
- „Betrag pro Artikel“ zieht eine feste Summe ab und führt in einer Kollektion mit gemischten Preisen zu unterschiedlichen Endpreisen.
- „Kostenlos“ setzt den Preis auf null und ergibt als einzige der drei Einstellungen einen echten Gratisartikel.
Damit arbeiten beide Seiten des Rabatts mit Kollektionen, und für ein echtes Geschenk sollten beide auf verschiedene Kollektionen zeigen. Die vollständige Beschreibung des Rabatttyps steht in der deutschen Shopify-Hilfe zu „Kaufe X, erhalte Y“.
Wann ist eine Kollektion als Geschenk in Shopify die falsche Wahl?
Sobald im Abschnitt „Kund:in erhält“ eine Kollektion steht, wählen nicht mehr Sie das Geschenk aus, sondern Ihre Kundschaft. Kalkulieren müssen Sie deshalb mit dem teuersten Artikel, der in dieser Kollektion liegt, und nicht mit dem, den Sie beim Anlegen im Sinn hatten.
Dazu ein Rechenbeispiel mit frei gewählten Zahlen. Die Kollektion „Reisegrößen“ enthält drei Artikel: Probe A für 8 € netto, also 9,52 € brutto bei 19 % MwSt., Probe B für 12 € netto, also 14,28 € brutto, und Probe C für 30 € netto, also 35,70 € brutto.
Der Wareneinsatz liegt bei 3 € netto für Probe A, bei 5 € netto für Probe B und bei 14 € netto für Probe C. Die Bedingung im Abschnitt „Kund:in kauft“ verlangt einen Mindestkaufbetrag von 60 € netto, also 71,40 € brutto.
Sie richten die Aktion ein und denken dabei an Probe A. Deren Wareneinsatz von 3 € netto entspricht 5 % der Schwelle von 60 € netto, und mit dieser Zahl geht die Aktion an den Start.
Ihre Kundschaft greift aber zu Probe C. Damit liegt der Wareneinsatz des Geschenks bei 14 € netto und nicht bei 3 € netto, gemessen an derselben Schwelle also bei 23,3 % statt bei 5 %.
Ob sich die Aktion bei diesem Wareneinsatz noch rechnet, hängt von Ihrer regulären Rohertragsmarge ab, nicht vom Rabattformular. Diese Rechnung finden Sie im Beitrag zu BOGO oder 50 % Rabatt in Shopify.
Aus 3 € netto Wareneinsatz werden so 14 € netto, also das 4,67-Fache, und dabei haben Sie keine einzige Einstellung geändert. Dieselbe Aktion, dieselbe Konfiguration, nur eine andere Wahl im Warenkorb.
Ein zweiter Fall trifft alle, die auf beiden Seiten dieselbe Kollektion eintragen, weil das auf den ersten Blick naheliegt.
Die deutsche Shopify-Hilfe beschreibt das Verhalten wörtlich so: „Wenn das Produkt oder die Kollektion mit der/dem im Abschnitt ‚Kund:in kauft‘ festgelegten übereinstimmt, ist der günstigere Artikel, den die Kundschaft auswählt, der Artikel, den sie mit einem Rabatt erhält.“
Für Ihre Aktion heißt das: Aus der Zugabe wird ein Preisnachlass. Ihre Kundschaft bekommt einen Artikel günstiger, den sie ohnehin kaufen wollte, und die Aktion sieht im Warenkorb aus wie ein Rabatt, obwohl Sie ein Geschenk geplant hatten.
Dieser Satz gilt ausdrücklich nur für den Fall, dass auf beiden Seiten dieselbe Auswahl steht. Stehen dort zwei verschiedene Kollektionen, gilt der Rabatt für den Artikel aus der Geschenkkollektion, den Ihre Kundschaft in den Warenkorb legt.
Ein Fehler ist die doppelte Kollektion deshalb nur, wenn Sie eine Zugabe planen. Wollen Sie eine Aktion wie 3 für 2 anlegen, ist dieselbe Kollektion auf beiden Seiten genau richtig, denn dann wird der günstigere Artikel im Warenkorb kostenlos.
Umgekehrt gibt es den Fall, in dem eine Kollektion als Geschenk die richtige Wahl ist. Ist die Geschenkkollektion klein und sind die Preise darin einheitlich, etwa drei Artikel zu je 8 € netto, dann kostet Sie jede Wahl Ihrer Kundschaft dasselbe.
Dazu kommt ein Vorteil, den die Auswahl einzelner Produkte nicht bietet. Was in der Kollektion liegt, ist in der Aktion, und ein neuer Artikel kann dort landen, ohne dass Sie das Rabattformular noch einmal öffnen müssen.
Das Wort „kann“ steht dort mit Absicht. Ob ein neues Produkt automatisch in die Kollektion aufgenommen wird, hängt davon ab, ob die Kollektion über Bedingungen befüllt wird und ob der neue Artikel diese Bedingungen erfüllt. Pflegen Sie die Kollektion von Hand, tragen Sie jeden Artikel selbst ein.
Wie viel Arbeit das macht, hängt von Ihrem Katalog ab. Wer viele Unterkategorien führt, muss jede davon als Bedingung in die übergeordnete Kollektion eintragen, damit die Artikel dort überhaupt auftauchen.
Damit steht der Tausch fest: Die Kollektion nimmt Ihnen Pflegeaufwand ab und kostet Sie dafür die Kontrolle über den Wareneinsatz des Geschenks.
| Kriterium | „Bestimmte Produkte“ | „Bestimmte Kollektionen“ |
|---|---|---|
| Kontrolle über den Wareneinsatz | Sie legen fest, welcher Artikel verschenkt wird, und kennen dessen Wareneinsatz vorher. | Ihre Kundschaft wählt aus, Sie kalkulieren mit dem teuersten Artikel der Kollektion. |
| Pflegeaufwand | Jede Änderung am Geschenkangebot führt zurück ins Rabattformular. | Änderungen laufen über die Kollektion, das Rabattformular bleibt unangetastet. |
| Verhalten bei neuen Produkten | Ein neues Produkt ist erst dabei, wenn Sie es im Rabatt hinzufügen. | Ein neues Produkt ist dabei, sobald es in der Kollektion liegt. |
Die Zeile, die den Ausschlag gibt, ist die erste. Solange Sie den Wareneinsatz jedes Artikels in der Geschenkkollektion kennen und mit dem teuersten davon rechnen können, ist die Kollektion die bequemere Wahl. Können Sie das nicht, wählen Sie einzelne Produkte.
Häufige Fragen
Legt Shopify den Gratisartikel automatisch in den Warenkorb?
Nein. Die deutsche Shopify-Hilfe schreibt dazu: „Kund:innen müssen alle Artikel manuell zu ihrem Warenkorb hinzufügen.“ Der Rabatt prüft nur, ob die Bedingung auf der Kaufseite erfüllt ist und ob ein passender Artikel im Warenkorb liegt. Warum das so gebaut ist und wie Sie den Hinweis an die richtige Stelle bekommen, steht in Gratisgeschenk ab Mindestbestellwert.
Kann ich statt einer ganzen Kollektion ein einzelnes Produkt als Geschenk hinterlegen?
Ja. Auf der Erhalteseite stehen „Bestimmte Produkte“ und „Bestimmte Kollektionen“ nebeneinander, Sie wählen eines von beiden. Hinterlegen heisst dabei nur festlegen, welcher Artikel den rabattierten Wert bekommt. Hinzufügen muss ihn weiterhin Ihre Kundschaft.
Kann ich verlangen, dass mehrere Artikel aus der Kollektion im Warenkorb liegen?
Ja, das steuert die Kaufseite über „Mindestanzahl der Artikel“ statt über „Mindestkaufbetrag“. Shopify rechnet dann nur Artikel aus der gewählten Kollektion auf diese Anzahl an. Wie Sie die Zahl richtig setzen, steht in Geschenk ab 3 Artikeln in Shopify einrichten.
Muss das Geschenk in derselben Kollektion liegen wie die gekauften Artikel?
Nein, und in den meisten Fällen sollte es das auch nicht. Stimmen beide Seiten überein, gilt laut deutscher Shopify-Hilfe: „Wenn das Produkt oder die Kollektion mit der/dem im Abschnitt ‚Kund:in kauft‘ festgelegten übereinstimmt, ist der günstigere Artikel, den die Kundschaft auswählt, der Artikel, den sie mit einem Rabatt erhält.“ Aus der Zugabe wird damit ein Nachlass auf einen Artikel, den die Kundschaft ohnehin kaufen wollte.
Gilt der Rabatt auch für Produkte, die ich später in die Kollektion aufnehme?
Das hängt davon ab, wie die Kollektion gefüllt wird. Nutzt sie Bedingungen, greift die Aktion für jeden neuen Artikel, der diese Bedingungen erfüllt, ohne dass Sie den Rabatt anfassen. Pflegen Sie die Kollektion von Hand, gilt die Aktion nur für die Artikel, die Sie dort eintragen. Prüfen Sie das vor dem Start, sonst verschenken Sie Artikel, die Sie nie für die Aktion vorgesehen hatten.


